Verarbeitung, Herkunft & Besonderheiten
Die Figur des Hl. Vinzenz von Valencia wird im Grödnertal vollständig von Hand gefertigt – einer Region, deren Holzschnitztradition bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht. Der Herstellungsprozess beginnt mit der sorgfältigen Auswahl des Holzes, meist Linde, da dieses Material feine Details und weiche Konturen besonders gut zulässt. Nach dem Zuschnitt entsteht im Rohschnitt die Grundform, bevor im Feinschnitt alle charakteristischen Elemente herausgearbeitet werden: das Buch, die Leiter, der Rabe sowie die zarten Blüten. Der plastisch geführte Gewandfaltenwurf und die präzise modellierten Gesichtszüge zeigen die hohe Kunstfertigkeit der Grödner Schnitzer.
Im nächsten Schritt wird die Oberfläche geglättet und für die jeweilige Ausführung vorbereitet. Naturbelassene Fassungen lassen die reine Holzstruktur sichtbar und heben die handwerkliche Bearbeitung hervor. Gebeizte und mehrfarbig gebeizte Varianten verstärken die Tiefe des Faltenwurfs und verleihen der Figur warme, harmonische Zwischentöne. Die farbig handbemalte Ausführung entsteht in mehreren Schichten aus Ölfarben, die sanfte Übergänge ermöglichen und den Details – wie der Leiter oder den goldenen Bordüren – besondere Klarheit geben.
Goldakzente werden präzise in feinen Linien und dekorativen Elementen gesetzt. Diese Form der Akzentuierung gehört zur traditionellen Fassmalerei des Grödnertals und erfordert viel Erfahrung, damit die Figur festlich wirkt, ohne an Natürlichkeit zu verlieren. Jede Figur durchläuft eine strenge Endkontrolle, bei der Ausdruck, Oberflächenqualität und handwerkliche Präzision überprüft werden. Je nach Serie kann das Val-Gardena-Qualitätssiegel beiliegen, das die regionale Herkunft bestätigt.
Durch die natürliche Maserung des Holzes entsteht in jedem Stück ein individueller Charakter. Die reine Handarbeit sorgt dafür, dass keine zwei Figuren exakt gleich sind – jede besitzt ihren eigenen Ausdruck und trägt die Handschrift des Schnitzers.