Verarbeitung, Herkunft & Besonderheiten
Die Figur „Hl. Nikolaus von der Flühe“ entsteht vollständig in traditioneller Handschnitzerei im Grödnertal – einer Region, die seit Jahrhunderten für ihre feine religiöse Holzkunst geschätzt wird. Als Ausgangsmaterial dient in der Regel feinjährige Linde, deren ruhige Struktur präzise Konturen und sanfte, fließende Faltenführungen ermöglicht. Bei größeren Figuren kommen verleimte Holzblöcke zum Einsatz, um Spannungen zu vermeiden und die Form langfristig stabil zu halten.
Nach der Auswahl des Holzes beginnt der Zuschnitt, gefolgt vom Rohschnitt, in dem die Grundform der Figur inklusive Kreuzstab, Rosenkranz, Gefäß und Tiermotiv angelegt wird. Der anschließende Feinschnitt legt die charakteristischen Details frei: die stillen, konzentrierten Gesichtszüge, die sorgfältig geschnitzten Hände, die perlartige Struktur des Rosenkranzes und die feinen Linien des Gewandes. Jede Figur wird per Hand glatt geschliffen, wodurch eine harmonische Oberfläche entsteht, die die natürliche Maserung des Holzes hervorhebt.
Die farbig handbemalte Ausführung erhält in mehreren Lasur- und Ölschichten ihre warme Kolorierung. Ocker- und Brauntöne, ruhige Inkarnatschattierungen und goldene Akzente im Mantelinneren werden sorgfältig aufgebaut. Die naturbelassene Version zeigt die Figur in ihrer puristischen Form, während die gebeizte Variante die Maserung des Holzes verstärkt und optisch wärmt. Eine schützende Versiegelung gewährleistet die langfristige Beständigkeit jeder Ausführung.
Zum Abschluss wird jede Figur einzeln geprüft. Je nach Serie kann sie das Val-Gardena-Qualitätslabel tragen, das die handwerkliche Herkunft aus dem Grödnertal bestätigt. Durch das Naturmaterial und die vollständig manuelle Fertigung besitzt jedes Exemplar individuelle Merkmale – Unterschiede im Farbton, in der Maserung und in kleinen handwerklichen Spuren, die den Unikatcharakter authentischer Südtiroler Holzarbeit ausmachen.