Verarbeitung, Herkunft & Besonderheiten
Die Figur des Hl. Fulgentius wird vollständig in traditioneller Handarbeit im Grödnertal gefertigt – einem der bekanntesten Zentren europäischer Holzschnitzkunst. Als bevorzugtes Material dient Linde, deren feine und gleichmäßige Struktur besonders gut geeignet ist, um detaillierte Schnitzarbeiten präzise herauszuarbeiten. Dies zeigt sich in den sorgfältig modellierten Gesichtszügen, dem fein geführten Bart, den tiefen Gewandfalten und den filigranen Attributen wie Rosenkranz, Pilgerkürbis oder der kleinen Glocke am Doppelkreuzstab. Für größere Modelle können verleimte Holzblöcke eingesetzt werden, um Spannung zu minimieren und eine langfristige Formstabilität zu gewährleisten.
Der Fertigungsprozess umfasst alle klassischen Schritte der Grödner Holzbildhauerei: Nach Auswahl und Trocknung des Holzes erfolgt der Zuschnitt, gefolgt vom Rohschnitt, in dem die Grundform entsteht. Im Feinschnitt werden Ausdruck, Proportionen und die ikonografischen Merkmale ausgearbeitet. Das anschließende Schleifen glättet die Oberfläche und bereitet sie auf die jeweilige Fassung vor. Je nach Ausführung entstehen drei unterschiedliche Erscheinungsbilder: naturbelassen mit klarer Maserung, warm gebeizt mit harmonischem Farbton oder farbig handbemalt. Die farbige Version wird Schicht für Schicht mit Ölfarben aufgetragen, wodurch weiche Übergänge und feine Nuancen entstehen. Goldakzente im Mantelinneren setzen dezente Lichtpunkte, die der Figur zusätzliche Tiefe verleihen.
Zum Abschluss erhält jede Figur eine Schutzversiegelung, die sie im Innenraum beständig macht. Jede Ausführung wird einer strengen Endkontrolle unterzogen, um Ausdruck, Detailtreue und Fassungsqualität zu prüfen. Aufgrund des Naturmaterials und der reinen Handarbeit besitzt jede Figur einen einzigartigen Charakter. Je nach Serie kann die Figur ein Val-Gardena-Qualitätssiegel tragen, das ihre Herkunft aus dem Grödnertal sowie die traditionelle Fertigung bestätigt.