Der heilige Josef steht oft im Schatten Marias, doch er ist einer der wichtigsten Heiligen. Als Nährvater Jesu hat er Verantwortung in einer besonderen Familie getragen.
Wer war Josef von Nazaret?
Das Neue Testament zeichnet Josef knapp. Er stammt aus dem Haus Davids, ist Zimmermann in Nazaret und mit Maria verlobt (Mt 1; Lk 2). Als Maria schwanger ist, will er sie zunächst heimlich entlassen, folgt dann aber dem Traum, in dem ihm ein Engel erscheint, und nimmt sie zu sich. Er zieht mit Maria nach Betlehem, flieht mit der Familie nach Ägypten und kehrt nach Nazaret zurück. Bei der Wallfahrt nach Jerusalem, als Jesus zwölf Jahre alt ist, wird er zuletzt erwähnt.
Von Josef ist kein einziges Wort überliefert. Seine Größe liegt im Handeln. 1870 erklärte Papst Pius IX. ihn zum Patron der ganzen Kirche, Papst Franziskus rief 2020/21 ein Josefsjahr aus.
Legende und Überlieferung
Spätere Legenden schmücken sein Leben aus, etwa in apokryphen Schriften. Sie sind nicht kirchlich bindend. Die Darstellung als alter Mann ist eine spätere Tradition, die Bibel macht dazu keine Angabe.
Gedenktag
Der Gedenktag ist der 19. März (Hochfest am 19. März; zusätzlich Josef der Arbeiter am 1. Mai). Je nach Region und Konfession können Kalender abweichen.
Patron von
- die ganze Kirche (seit 1870)
- Familien und Väter
- Arbeiter und Zimmerleute
- Sterbende (um einen guten Tod)
„Patron“ bedeutet: Menschen rufen diesen Heiligen als Fürsprecher bei Gott an. Garantien oder Wunderversprechen lassen sich daraus nicht ableiten.
Attribute und Darstellung
Josef erscheint mit Lilie als Zeichen der Reinheit, mit Zimmermannswerkzeug wie Winkel, Säge oder Hobel und häufig mit dem Jesuskind auf dem Arm.
Ein kurzes Gebet
Heiliger Josef, du hast gehört, geglaubt und gehandelt. Schenke Vätern und Familien Kraft und Zuversicht. Begleite alle, die arbeiten, und alle, die am Ende ihres Lebens stehen. Amen.
Schlichte, eigene Formulierung zum Mitbeten.
Brauchtum
Der 19. März, der Josefstag, ist in Österreich in mehreren Bundesländern Landesfeiertag, in Italien gilt er als Festa del Papà (Vatertag). Der 1. Mai erinnert an Josef den Arbeiter, 1955 von Papst Pius XII. eingeführt.
Der Namenstag von Josef, Josefine und Josefa wird am 19. März gefeiert. Josefsfiguren werden gern zum Einzug ins neue Haus oder zur Hochzeit verschenkt.
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Häufige Fragen
Wann ist Josefstag?
Am 19. März. Der Gedenktag Josef der Arbeiter ist der 1. Mai.
Wofür ist der heilige Josef Patron?
Er ist Patron der ganzen Kirche, der Familien und Väter, der Arbeiter, Zimmerleute und der Sterbenden.
War Josef der leibliche Vater von Jesus?
Nach katholischer Lehre nicht. Er ist der Nährvater Jesu und rechtlicher Vater.