Verarbeitung, Herkunft & Besonderheiten
Die Figur des Hl. Ferdinand III von Kastilien entsteht in einem vollständig handwerklichen Prozess, der im Grödnertal seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Herstellung beginnt mit der Auswahl von hochwertigem, fein strukturiertem Holz – meist Linde, da es präzise Schnitte und klare Konturen ermöglicht. Nach dem Zuschnitt erfolgt eine schonende Trocknung, die das Material stabilisiert und für die folgenden Arbeitsschritte vorbereitet.
Im Rohschnitt werden die Grundformen festgelegt: die Haltung des Königs, die Position der Fahnenlanze, der Reichsapfel und die Struktur des Mantels. Danach folgt der Feinschnitt, bei dem die charakteristischen Details entstehen, darunter die filigrane Krone, die ornamentalen Rüstungsteile sowie die dynamischen Mantelfalten. Dieser Teil der Arbeit verlangt viel Erfahrung und ein ausgeprägtes Gespür für Proportion und Ausdruck, da die Figur ihren endgültigen Charakter hier erhält. Das anschließende Schleifen sorgt für eine glatte Oberfläche und betont die klaren Linien des Handwerks.
Die Endfassung erfolgt je nach Ausführung:
– Natur: Die Figur bleibt unbehandelt außer feinem Schliff, wodurch die reine Formensprache und Maserung des Holzes hervortreten.
– Gebeizt: Die Maserung wird durch einen warmen, einheitlichen Farbton hervorgehoben.
– Farbig: Mehrere Schichten traditioneller Ölfarben erzeugen Tiefe, Schattierungen und plastische Lichtakzente. Goldfarbene Linien heben Mantelpartien, Krone und Insignien hervor.
Eine abschließende Versiegelung schützt die Oberfläche und bewahrt die Farbwirkung. Je nach Serie kann die Figur das Val-Gardena-Qualitätssiegel tragen, welches ihre Herkunft aus den traditionellen Grödnertaler Werkstätten bestätigt.
Durch jeden handwerklichen Schritt erhält die Figur ihren unverwechselbaren Charakter. Maserung, feine Nuancen im Pinselauftrag und minimale Variationen in den Details machen jedes Exemplar zu einem einzigartigen Kunstwerk, das die Handschrift echter südtiroler Schnitztradition trägt.